2010 kältestes Jahr in Österreich seit 1996
Das Jahr 2010 wird als kältestes Jahr in Österreich seit 1996 in die klimatologischen Geschichtsbücher eingehen. „Im Gegensatz zum Trend der globalen Erwärmung zeichnen sich in Österreich für das zu Ende gehende Jahr keine signifikanten Abweichungen zum langjährigen klimatologischen Mittel ab“, zieht Roland Reiter vom Wetterdienst UBIMET Bilanz.
Österreichweit entsprachen die Temperaturen in etwa dem Erwartungswert. Im Süden und Südosten war es zwar um bis zu 1 Grad wärmer als üblich, dem gegenüber steht aber die gesamte Alpennordseite, wo verbreitet negative Abweichungen von bis zu 0,8 Grad verzeichnet wurden. „Bemerkenswert dabei ist die Tatsache, dass sechs Monate zu kalt ausfielen. Insbesondere der Jänner und der Dezember weisen deutlich negative Anomalien von bis zu 4 Grad auf“, so Reiter. Demgegenüber stehen der Juli und November mit bis zu 3 Grad überdurchschnittlichen Werten.
Sieht man von den Bergstationen ab, wurde in Gars am Kamp (NÖ) am 27. Jänner mit minus 27,6 Grad die österreichweit tiefste Temperatur seit 13 Jahren gemessen. Am anderen Ende der Skala steht St. Andrä/Lavanttal (K) mit 37,2 Grad am 22. Juli. Im Nordosten deutlich zu nass Die Niederschlagsverteilung war 2010 dabei sehr unterschiedlich. Deutlich zu nass war es es im Nordosten, hier regnete und schneite es um 30 bis 60% mehr als gewöhnlich. In Eisenstadt fielen insgesamt 920 Liter pro Quadratmeter, das entspricht einem Plus von rund 50%. Auch an der Station Wien-Innere Stadt wurde mit knapp 830 Litern ein Plus von rund 50% registriert. Zu nass verlief das Jahr auch im Süden und äußersten Westen. In den Nordstaulagen war es hingegen trockener als normal, hier liegt das Niederschlagsdefizit verbreitet zwischen 10 und 30%.
Gegen den globalen Trend: „Ein in Österreich etwas kühleres Jahr darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Trend zur globalen Erwärmung anhält“, betont Reiter. Weltweit gesehen zählt 2010 zu einem der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Vielen in Erinnerung ist noch die Hitzewelle in Russland sowie der viel zu warme Winter in Nordamerika.
Quelle: UBIMET GmbH, 1200 Wien – www.wetter.tv, www.ubimet.at
